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Tauchen auf Zypern: Tauchplätze, Reisezeit & Zenobia

Kaum bist du unter die Oberfläche getaucht, verändert sich das Licht. Das türkisfarbene Blau wird tiefer, Geräusche verschwinden, und aus der flachen Bucht wird in wenigen Flossenschlägen eine andere Welt: Felsspalten voller Muränen, Seegraswiesen, in denen sich Tintenfische verstecken, und irgendwo dort draussen, vor Larnaka, ein Wrack, das seit 1980 auf der Seite liegt. Tauchen auf Zypern bedeutet nicht nur Sonne und warmes Wasser. Es bedeutet Landtauchplätze, die in wenigen Metern beginnen, und Bootsausfahrten, die bis in anspruchsvolle Tiefen führen – für den ersten Atemzug unter Wasser genauso wie für den hundertsten Tauchgang an der Zenobia.

Warum Zypern ein interessantes Tauchziel ist

Das östliche Mittelmeer ist voller Tauchziele, und Zypern muss sich in dieser Auswahl nicht verstecken. Was die Insel besonders macht, ist die Kombination auf engem Raum: Im Südosten, rund um Protaras, Pernera und Cape Greco, liegen geschützte Buchten, in denen Anfänger in aller Ruhe die ersten Atemzüge unter Wasser nehmen. Wenige Bootsminuten weiter warten Felsformationen, Durchgänge und tiefere Abfälle für erfahrene Taucher. Und vor Larnaka liegt mit der Zenobia eines der bekanntesten und bedeutendsten betauchbaren Wracks im Mittelmeer.

Ein Tauchurlaub auf Zypern muss deshalb kein Kompromiss sein: Die Insel bietet Tauchplätze für nahezu jedes Erfahrungsniveau, dazu vergleichsweise kurze Wege zwischen Unterkunft, Tauchbasis und Tauchplatz. Wer zusätzlich eine deutschsprachige Betreuung sucht, findet im Südosten mehrere entsprechend ausgerichtete Tauchschulen. Dazu gehört das von den beiden Schweizern Daniel Kistler und Tamara Zweifel geführte Cyprus Diving Centre in Pernera, auf das wir im Verlauf dieses Artikels noch genauer eingehen.

Beste Reisezeit, Wassertemperaturen und Sichtweiten

Die Tauchsaison auf Zypern orientiert sich stark an den Wassertemperaturen. Im Winter, zwischen Januar und März, liegt die Meerestemperatur im offenen Wasser bei rund 16 bis 17 Grad – tauchbar, aber nur mit passendem Kälteschutz. Im Frühling steigen die Temperaturen spürbar, gleichzeitig ist an vielen Tauchplätzen noch weniger los als in der Hochsaison. Der Sommer bringt warmes Wasser und lange Tage, dafür auch grosse Hitze an Land und volle Strände. Im Spätsommer und Herbst ist das Meer häufig am wärmsten, während sich der touristische Betrieb bereits etwas legt – für viele Taucher eine besonders angenehme Kombination.

Taucher beim Einstieg ins klare Wasser an der Cyclops Cave bei Cape Greco
Die Cyclops Cave bei Cape Greco wird direkt vom felsigen Ufer aus betaucht und bietet klares Wasser sowie abwechslungsreiche Tauchprofile. Bild: Cyprus Diving Centre

Als grobe Orientierung nennt das Cyprus Diving Centre die Monate April bis November als praktische Saison, mit Wassertemperaturen zwischen etwa 17 und 28 Grad. Die offizielle Tourismusseite Visit Cyprus gibt für das offene Meer von Juni bis November Werte über 22 Grad an, mit einem Höhepunkt von rund 27 Grad im August.

Sichtweiten lassen sich auf Zypern nicht seriös als fixer Inselwert angeben. Offizielle Tauchplatzbeschreibungen nennen für einzelne Orte häufig 15, 20 oder mehr als 25 Meter, an der Zenobia teilweise bis über 30 Meter. Realistisch gilt: An vielen Tauchplätzen sind Sichtweiten von etwa 15 bis 30 Metern oder mehr möglich, abhängig von Ort, Wetter, Wellen, Jahreszeit und den jeweiligen Tagesbedingungen. Eine Garantie auf eine bestimmte Sicht gibt es nirgends im Mittelmeer.

Schnuppertauchen und erste Taucherfahrungen

Wer noch nie eine Tauchflasche getragen hat, beginnt auf Zypern in aller Regel mit einem Schnuppertauchen, im PADI-System als Discover Scuba Diving bekannt. Der Ablauf ist an den meisten seriösen Tauchschulen ähnlich: eine kurze theoretische Einweisung, das Anpassen der Ausrüstung, danach ein einzelner Tauchgang bis maximal etwa zwölf Meter Tiefe, meist vom Strand aus in einer geschützten Bucht. Das Mindestalter liegt bei den meisten Anbietern bei zehn Jahren.

Green Bay und ähnliche geschützte Buchten im Südosten eignen sich für diesen ersten Schritt besonders gut: flaches Wasser, meist wenig Strömung, und ein Einstieg, der ohne grossen Aufwand vom Land aus möglich ist. Wichtiger als perfekte Bedingungen ist am Ende aber die Betreuung. Seriöse Anbieter arbeiten beim Schnuppertauchen in kleinen Gruppen, teils mit nur ein bis zwei Gästen pro Tauchlehrer, und brechen einen Tauchgang ohne zu zögern ab, wenn sich jemand unwohl fühlt.

Gruppe von Schnuppertauchern im klaren Wasser einer geschützten Bucht auf Zypern
Geschützte Buchten im Südosten Zyperns bieten ruhige Bedingungen für erste Taucherfahrungen und den Einstieg ins Schnuppertauchen. Bild: Cyprus Diving Centre

Tamara Zweifel, die beim Cyprus Diving Centre viele Erstlingstauchgänge selbst begleitet, beschreibt dabei ein wiederkehrendes Muster: Am Anfang ist bei den meisten Gästen noch ein gewisser Respekt spürbar, der sich aber innerhalb kurzer Zeit löst – die Bewegungen werden entspannter, und beim Auftauchen sieht sie bei den allermeisten ein breites Lächeln. Genau diese Entwicklung mitzuerleben, sagt sie, mache ihren Beruf so besonders.

Wer nach dem Schnuppertauchen Lust auf mehr bekommen hat, kann direkt in eine Ausbildung einsteigen – dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Tauchschein und Ausbildung auf Zypern

Der klassische Einstieg in die Tauchzertifizierung ist der PADI Open Water Diver, in der Regel an drei bis vier Tagen absolvierbar. Zur Ausbildung gehören ein kurzes eLearning-Modul, Übungen in flachem Wasser und vier Freiwassertauchgänge bis maximal 18 Meter Tiefe. Das Mindestalter liegt auch hier meist bei zehn Jahren, wobei jüngere Taucher eingeschränkte Tiefenlimits erhalten.

Ein Vorteil vieler Tauchschulen im Südosten Zyperns: Die Ausbildung beginnt oft direkt in einer flachen, geschützten Bucht, ohne dass vorher ein Schwimmbad nötig wäre. Das spart Zeit und nimmt Anfängern häufig etwas von der Anspannung, weil die Übungen von Anfang an in echter Meeresumgebung stattfinden – allerdings unter kontrollierten, ruhigen Bedingungen.

Wer die Grundausbildung bereits mitbringt, kann in wenigen Tagen weiterbilden, etwa zum PADI Advanced Open Water Diver mit fünf Adventure Dives bis maximal 30 Meter. Und wer länger nicht getaucht ist, findet bei den meisten Schulen ein Wiedereinstiegsprogramm wie PADI ReActivate, um Routine und Sicherheit vor dem nächsten Tauchgang wieder aufzubauen.

Open-Water-Diver-Ausbildungsgruppe unter Wasser mit Tauchlehrer auf Zypern
Die PADI-Open-Water-Ausbildung findet auf Zypern oft direkt im Freiwasser statt. Bild: Cyprus Diving Centre

Für zertifizierte Urlaubstaucher

Zertifizierte Taucher, die im Tauchurlaub vor allem entspannt tauchen wollen, finden auf Zypern ein bewährtes Programm: geführte Einzel- und Mehrfachtauchgänge, individuell zusammengestellt nach Erfahrung und Interesse. Nach einer längeren Pause verlangen seriöse Anbieter meist einen Check-Dive, bevor es an anspruchsvollere Plätze geht – eine sinnvolle Massnahme, auch wenn sie im ersten Moment nach zusätzlichem Aufwand klingt.

Für alle, die mehr als reines Sightseeing wollen, bieten viele Tauchschulen Spezialkurse an, etwa zu Nitrox, Tieftauchen, Wracktauchen, Nachttauchen, Sidemount oder zum Einsatz von Unterwasserscootern (DPV). Nach Angaben des Cyprus Diving Centre wird auch das technische Tauchen auf Zypern zunehmend attraktiver: Neben der Zenobia eignet sich laut Schule auch das Wrack Elpidia für technische Tauchgänge, ebenso wie Nemesis und Liberty sowie ausgewählte Riffe rund um Cape Greco. Wie viele Tauchtage sich für einen Aufenthalt lohnen und welches Tempo realistisch ist, hängt stark von der eigenen Erfahrung, der Tagesform und der gewählten Tauchbasis ab.

Taucherin betrachtet eine Baumskulptur im MUSAN-Unterwassermuseum vor Agia Napa auf Zypern
Im MUSAN vor Agia Napa verbinden sich Kunst und Unterwasserwelt: Skulpturen wie dieser künstliche Baum sollen mit der Zeit Teil eines neuen Lebensraums im Meer werden. Bild: Cyprus Diving Centre

Für die konkrete Tagesplanung hat das Team des Cyprus Diving Centre klare Empfehlungen. Einsteigern, die gerade erst zertifiziert sind, empfehlen Daniel Kistler und Tamara Zweifel einen ruhigen Start: am ersten Tag zwei einfache Tauchgänge, etwa an der Green Bay und am Hole, danach zwei bis drei weitere Tage an Plätzen wie MUSAN, Cyclops Cave oder weiteren lokalen Tauchplätzen im Südosten. Wer zusätzlich an einer Weiterbildung interessiert ist, kann in diesem Rahmen auch den PADI Advanced Open Water Diver oder einen Meeresschildkröten-Kurs einbauen. Für erfahrene Taucher, die in kurzer Zeit möglichst viel von der Region sehen wollen, hat die Schule ein mehrtägiges Programm zusammengestellt, das an fünf Tagen die wichtigsten Höhepunkte verbindet: die Zenobia, die Wracks Nemesis und Liberty, das MUSAN sowie die beliebtesten lokalen Tauchplätze.

Tauchplätze rund um Protaras, Pernera und Cape Greco

Der Südosten Zyperns, von Pernera über Protaras bis Cape Greco, bietet auf vergleichsweise kurzem Raum eine abwechslungsreiche Auswahl an Tauchplätzen. Wichtig zu wissen: Nicht jeder hier vorgestellte Platz wird von jeder Tauchschule in jeder Woche angefahren. Wetter, Saison, Ausbildungsstand der Gruppe und Nachfrage beeinflussen die tatsächliche Planung. Die folgende Übersicht zeigt deshalb das grundsätzliche Spektrum der Region, nicht einen verbindlichen Tourenplan.

Taucher schwimmen an Unterwasserstatuen in Green Bay bei Protaras auf Zypern vorbei
Die Unterwasserstatuen in Green Bay gehören zu den bekanntesten Motiven des beliebten Tauchplatzes bei Protaras und sind auch für weniger erfahrene Taucher gut erreichbar. Bild: Cyprus Diving Centre

Nach Angaben von Daniel Kistler und Tamara Zweifel bilden sechs Tauchplätze das tatsächliche Kernprogramm des Cyprus Diving Centre während einer normalen Saison: die Zenobia, Cyclops Cave, die benachbarten Wracks Nemesis und Liberty, The Hole zusammen mit der Green Bay sowie das MUSAN. An der Zenobia bietet die Schule laut eigener Auskunft neben regulären Tauchgängen für Advanced-Open-Water-Taucher auch den PADI-Advanced-Kurs und, für erfahrene Taucher, technische Tauchgänge an; der Einstieg erfolgt vom Boot aus und beinhaltet praxisüblich zwei Tauchgänge plus Mittagessen. Cyclops Cave gilt laut Schule als besonders artenreich, mit regelmässigen Sichtungen grosser Flötenfisch-Schwärme; der Einstieg erfolgt vom Ufer aus, geeignet für Open-Water-Taucher ebenso wie für Fortgeschrittene, mit einer zusätzlichen Option für technische Taucher, per Unterwasserscooter ein Riff in rund 40 Metern Tiefe anzusteuern.

Nemesis und Liberty liegen laut Cyprus Diving Centre in etwa 20 bis 25 Metern Tiefe nebeneinander vor der Küste von Protaras und eignen sich nach Schulangaben für den PADI Advanced Open Water Diver ebenso wie für Wreck-Diver-Spezialkurse. The Hole, direkt neben der Green Bay, wird von der Schule zusätzlich mit Unterwasserscootern angeboten – nach eigener Aussage eine der beliebtesten Exkursionen im Programm, verbunden mit gelegentlichen Schildkrötensichtungen. Am MUSAN schliesslich sind laut Schule bereits PADI-Scuba-Diver zugelassen, alternativ ist der Unterwasser-Skulpturenpark auch im Rahmen einer Schnorcheltour zugänglich.

Landtauchgänge im Südosten

Viele Tauchplätze rund um Protaras und Cape Greco werden üblicherweise direkt vom Land aus betaucht – ideal für Ausbildung, Schnuppertauchen und entspannte Tauchgänge ohne Bootslogistik.

  • Green Bay bei Protaras: eine flache, geschützte Bucht mit Statuen und teils auch Seepferdchen oder Schildkröten, in zwei bis rund zehn Metern Tiefe. Ein klassischer Ausbildungs- und Einsteigerplatz.
  • The Hole, in der Nähe von Green Bay: verbindet einen leichten Einstieg mit einem markanten Swim-through durch die Felslandschaft, von etwa vier bis 25 Metern Tiefe.
  • De Costa Bay bei Protaras: eine geschützte Bucht auf rund zehn Metern Tiefe, die sich für Tarierungsübungen eignet und laut Cyprus Diving Centre auch mit Project Xenios verbunden ist.
  • Sun Garden: Seegraswiesen mit vielfältigem Makroleben, sechs bis 15 Meter tief – ein Beleg dafür, dass Zyperns Unterwasserwelt mehr ist als Wracks und Höhlen.
  • The Trench: schmale Felsspalten und Passagen zwischen zwölf und 20 Metern, geeignet für kontrollierte Tarierung in wechselnder Felsstruktur.
  • Cyclops Cave, im Bereich Konnos/Cape Greco: mehrere Routen mit Steilabfall, je nach gewähltem Weg von rund fünf bis über 40 Metern Tiefe – von entspannten Tauchgängen bis zu tiefen und technischen Profilen.
  • Caves & Tunnels bei Cape Greco: Felsformationen, Durchgänge und Lichtspiele, laut unabhängigen Quellen ab etwa zwölf Metern Tiefe zugänglich. Nach Angaben des Cyprus Diving Centre liegt die maximale Tiefe bei rund 16 Metern, was den Platz für praktisch jedes Erfahrungsniveau zugänglich macht; nach Erfahrung des Cyprus Diving Centre bestehen dort während der Saison besonders gute Chancen, Seepferdchen zu entdecken.
Übersichtskarte der Tauchplätze rund um Agia Napa und Protaras auf Zypern
Übersicht der wichtigsten Tauchplätze rund um Protaras, Pernera und Cape Greco.

Wichtig bei allen Swim-throughs und Durchgängen: Ein Weg mit sichtbarem Ausgang ist nicht dasselbe wie eine echte Höhlen- oder Wrackpenetration. Sobald keine direkte Aufstiegsmöglichkeit mehr besteht, gelten zusätzliche Anforderungen an Ausbildung, Ausrüstung und Gasplanung.

Bootstauchgänge und kleinere Wracks

Wer mehr sehen will als die Landtauchplätze, findet vor der Küste zusätzliche Optionen, die nur per Boot erreichbar sind:

  • Liberty: ein künstliches Riff auf einem ehemaligen Frachtschiff, auf rund 27 Metern Tiefe – ein überschaubarer Einstieg ins Wracktauchen für Advanced-Taucher.
  • Nemesis III: ein weiteres künstliches Riff beziehungsweise kleineres Wrack in einem Schutzgebiet, das zusammen mit Liberty eine lokale Alternative zur Zenobia bildet.
  • MUSAN, das Unterwassermuseum bei Agia Napa: 93 Kunstwerke in zwei bis zwölf Metern Tiefe, eine ungewöhnliche Kombination aus Kunst, künstlichem Riff und Unterwasserfotografie. Bei der genauen Zugangslogistik gibt es je nach Anbieter unterschiedliche Angaben; wir empfehlen, dies vor der Buchung direkt zu klären.

Zenobia: vom Aussenblick bis zur Tiefe

Kein Tauchziel auf Zypern ist so bekannt wie die Zenobia. Die schwedische RoRo-Fähre sank am 7. Juni 1980 während ihrer Jungfernfahrt vor Larnaka und liegt heute auf der Backbordseite in ungefähr 16 bis 42 Metern Tiefe. Mit rund 172 Metern Länge zählt sie zu den grössten und bekanntesten betauchbaren Wracks im Mittelmeer. Bei der ursprünglichen Ladung schwanken selbst offizielle Tourismusquellen zwischen 104 und 108 Lastwagen – wir sprechen deshalb bewusst vorsichtig von mehr als 100 Lastwagen.

Taucher über den bewachsenen Schiffsschrauben des Zenobia-Wracks vor Larnaka auf Zypern
Die gewaltigen Schiffsschrauben der Zenobia vermitteln eindrücklich die Dimensionen des rund 172 Meter langen Wracks vor Larnaka. Bild: Cyprus Diving Centre

Bewusst vermeiden wir an dieser Stelle Formulierungen wie „bestes Wrack der Welt“ oder „Top 10 weltweit“ – solche Rankings sind verbreitete touristische Zuschreibungen, aber keine objektiv messbare Kategorie. Treffender ist: Die Zenobia gehört zu den bekanntesten und bedeutendsten betauchbaren Wracks im Mittelmeerraum. Daniel Kistler zählt die Zenobia persönlich zu den besten Wracks der Welt. GenussFinder übernimmt diese subjektive Bewertung nicht als objektives Ranking, sie zeigt jedoch, welchen Stellenwert das Wrack für erfahrene Taucher und für ihn persönlich hat.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Zenobia-Erlebnissen. Ein Blick auf die oberen Aussenbereiche des Wracks ist etwas anderes als ein tieferer Freizeittauchgang, und beides ist wiederum nicht dasselbe wie eine echte Wrackpenetration oder ein technischer, dekompressionspflichtiger Tauchgang. Jede dieser Stufen verlangt eigene Voraussetzungen bei Ausbildung, Erfahrung, Gasplanung und Ausrüstung. Auch offizielle Tourismusquellen sind sich bei der Mindestqualifikation nicht ganz einig – je nach Sprachversion wird Open Water Diver oder Advanced Open Water/Boat Diver genannt.

Taucher erkunden die gewaltige Aussenstruktur des Zenobia-Wracks vor Larnaka auf Zypern
Taucher an der auf der Seite liegenden Zenobia: Die mächtige Aussenstruktur lässt die Dimensionen des Wracks vor Larnaka erahnen. Bild: Cyprus Diving Centre

Beim Cyprus Diving Centre macht man an dieser Stelle keine Kompromisse: Verlangt werden mindestens der PADI Advanced Open Water Diver (oder eine gleichwertige Ausbildung) sowie ein Nitrox-Kurs; Gäste mit reiner Open-Water-Zertifizierung können im Rahmen eines Advanced-Kurses oder eines begleiteten Deep Adventure Dive lediglich eine angepasste, flachere Route absolvieren. Die Zenobia ist bei der Schule zudem grundsätzlich nie der erste Tauchgang einer Reise, sodass Gäste für einen Besuch mindestens zwei Tage einplanen sollten – üblicherweise zwei Tauchgänge an lokalen Plätzen am ersten Tag, gefolgt von der Zenobia an einem weiteren Tag. Dekompressionstauchgänge macht die Schule ausschliesslich mit ausgebildeten technischen Tauchern oder im Rahmen einer entsprechenden Ausbildung, echte Wrackpenetrationen ausschliesslich mit ausgebildeten technischen Tauchern. Verlässlich bleibt deshalb vor allem eine direkte Absprache mit der jeweiligen Tauchbasis vor Ort.

Seit seinem Einstieg ins technische Tauchen hat sich die Zenobia für Daniel Kistler eigenen Angaben zufolge auch deshalb wieder zum persönlichen Lieblingsplatz entwickelt, weil nur wenige Taucher je die Möglichkeit hätten, ein so grosses Wrack von innen zu erkunden und dabei im wörtlichen Sinn in seine Geschichte einzutauchen. Auch für Tamara Zweifel gehört die Zenobia zu den beeindruckendsten Tauchplätzen der Insel, ihr zweiter Favorit ist allerdings die Cyclops Cave mit ihren abwechslungsreichen Steilwänden – dort entdecke man mit etwas Glück neben Meeresschildkröten und Adlerrochen auch kleine, oft übersehene Lebewesen wie Seehasen oder Marmorgarnelen.

Der Zugang erfolgt ausschliesslich per Boot; vom Hafen in Larnaka aus dauert die Bootsfahrt zum rund 1,5 Kilometer vor der Küste liegenden Wrack je nach Ausgangspunkt und Boot meist nur wenige Minuten.

Schildkröten und andere Meeresbewohner

In Zyperns Gewässern kommen zwei Meeresschildkrötenarten vor: die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) und die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta). Beide sind im Mittelmeer geschützt und unter anderem durch Fischerei, Küstenentwicklung, Verschmutzung und Bootskollisionen bedroht. Mehr über ihre Nistplätze an der Westküste liest du in unserem Beitrag über Zyperns Meeresschildkröten.

Für Taucher gilt: Eine Begegnung mit einer Schildkröte ist ein besonderes Erlebnis, aber niemals ein garantierter Programmpunkt. Wer mit realistischen Erwartungen taucht, geniesst die Begegnung umso mehr, wenn sie tatsächlich stattfindet – und respektiert dabei genügend Abstand, verzichtet auf Berührung und Verfolgung und lässt den Tieren jederzeit einen freien Fluchtweg.

Taucher begegnet einer Grünen Meeresschildkröte am Meeresboden vor Zypern
Eine Begegnung mit einer Meeresschildkröte bleibt auf Zypern ein besonderes, aber nie garantiertes Erlebnis. Bild: Cyprus Diving Centre

Neben Schildkröten begegnen Tauchern im Südosten Zyperns regelmässig Brassen, Barrakudas, Zackenbarsche, Muränen, Kraken, Sepien, Nacktschnecken, Rochen, Seepferdchen sowie Trompeten- und Feuerfische. Welche Arten tatsächlich wie häufig zu sehen sind, hängt stark von Jahreszeit, Tauchplatz und Tagesbedingungen ab.

Beim Cyprus Diving Centre zeichnet man von den Schildkröten inzwischen ein zurückhaltendes Bild: Grüne Meeresschildkröten seien in den vergangenen Jahren spürbar seltener zu sehen als früher, berichten Daniel Kistler und Tamara Zweifel übereinstimmend. Nach ihrer Beobachtung hängt dieser Rückgang unter anderem mit der illegalen Fütterung durch Touristenboote zusammen, die ihrer Einschätzung nach auch zu vermehrten Propellerunfällen geführt habe. Deutlich zuverlässiger sind laut Schule Begegnungen mit Seepferdchen, etwa an Caves & Tunnels. Regelmässig zeigen sich zudem Brassen, Mönchsfische und Pfauenfische, zunehmend auch Papageienfische. Nach Beobachtung von Daniel Kistler zeigen sich zudem in den vergangenen Jahren wieder vereinzelt Mönchsrobben – eine Sichtung, die seiner Einschätzung nach zuletzt wieder etwas häufiger vorkommt.

Ein Meer im Wandel: invasive Arten

Wer seit einigen Jahren regelmässig im östlichen Mittelmeer taucht, bemerkt Veränderungen. Der aktuelle zypriotische Bericht zur Meeresstrategie zählt 179 nichtheimische oder kryptogene Arten, von denen sechs offiziell als invasiv dokumentiert sind. Am auffälligsten ist der Feuerfisch (Pterois miles): Seine Stacheln sind giftig, weshalb Taucher zu diesen auffällig gezeichneten Tieren Abstand halten und sie nicht berühren sollten. Ein EU-LIFE-Projekt namens RELIONMED befasste sich auf Zypern gezielt mit Früherkennung, Monitoring und Entnahme dieser Art. Auch der Blaupunkt-Flötenfisch und mehrere Kugelfischarten gehören zu den aus dem Roten Meer eingewanderten Arten, die inzwischen regelmässig vor Zypern beobachtet werden.

Rotfeuerfisch mit langen Flossen vor einem Felsen im Meer vor Zypern
Der Rotfeuerfisch gehört zu den auffälligsten invasiven Arten im östlichen Mittelmeer. Seine Stacheln sind giftig, weshalb Taucher ausreichend Abstand halten sollten. Bild: Cyprus Diving Centre

Diese Einschätzung deckt sich mit den Beobachtungen des Cyprus-Diving-Centre-Teams über einen längeren Zeitraum: Sowohl Daniel Kistler als auch Tamara Zweifel berichten von spürbar mehr Abfall im Meer, insbesondere Mikroplastik, seit ihren ersten Jahren auf Zypern. Auch der Rückgang ausgewachsener Meeresschildkröten falle ihnen zunehmend auf. Zusätzlich beobachten sie einen Rückgang der Seegräser Posidonia oceanica und Cymodocea nodosa – Letzteres eine wichtige Nahrungsgrundlage für Grüne Meeresschildkröten. Als mögliche Ursachen nennen sie Ankerschäden und Sonnencreme, betonen dabei aber selbst, dass dieser Zusammenhang wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt ist. „Wenn man fast täglich an denselben Tauchplätzen unterwegs ist, fallen einem Veränderungen mit der Zeit sehr deutlich auf“, beschreibt Tamara Zweifel diese Entwicklung – und ergänzt, dass genau diese Nähe zum Ökosystem das eigene Verantwortungsgefühl schärfe.

Meeresschutz: Project Xenios und Dive Against Debris

Glaubwürdiger Meeresschutz zeigt sich nicht in Absichtserklärungen, sondern in konkreten Aktivitäten. Das Cyprus Diving Centre hat dazu Project Xenios initiiert: Ziel ist es, Sichtungen und den Zustand von Meeresschildkröten zu dokumentieren und so eine Datenbasis über die Auswirkungen des Tourismus aufzubauen. Ein Bericht der Cyprus Mail aus dem Jahr 2024 nennt 2021 als Start des Projekts und beschreibt Verletzungen durch Geisternetze, Angelschnüre, Boote und Jetskis als einen der Auslöser für das Engagement.

Taucher beobachtet eine Grüne Meeresschildkröte im Seegras vor Zypern
Eine Grüne Meeresschildkröte im Seegras vor Zypern. Solche Begegnungen sind besondere Erlebnisse, sollten aber stets mit genügend Abstand und ohne Berührung erfolgen. Bild: Cyprus Diving Centre

Im Interview beschreibt Tamara Zweifel den konkreten Auslöser: Sie fand am Meeresgrund eine tote Grüne Meeresschildkröte, die sich in einer Fischerleine verfangen hatte. Aus diesem Moment entstand über die Zeit ein strukturiertes Projekt, das zunächst vor allem aus Clean-up-Tauchgängen bestand. Weil dem Team schnell klar wurde, dass es kaum verlässliche Daten zu den Meeresschildkröten in der Region gab, baute das Cyprus Diving Centre eine eigene Schildkröten-Datenbank auf und arbeitet dafür inzwischen mit der Organisation MERResearch zusammen. Nach eigener Einschätzung steht diese Datensammlung noch am Anfang; Daniel Kistler räumt offen ein, dass Massnahmen für den Meeresschutz auf Zypern grundsätzlich viel Zeit brauchen.

Ergänzend gibt die Tauchschule an, regelmässig Dive-Against-Debris-Tauchgänge durchzuführen und den gesammelten Müll für die PADI-AWARE-Datenbank auszuwerten; die genaue, aktuell gültige Frequenz sollte vor einer Buchung direkt erfragt werden. Für den eigenen Betrieb gilt seit 2026 zusätzlich die Auszeichnung als offizielles PADI Eco Center. Im Green-Fins-Verzeichnis wird das Cyprus Diving Centre zudem als Digital Member geführt – eine präzise Bezeichnung, die nicht mit einer Vor-Ort-Zertifizierung als Green Fins Certified Member gleichzusetzen ist. Gäste werden nach eigener Aussage vor jedem Tauchgang zum korrekten Verhalten gebrieft: nichts berühren, gute Tarierung halten, keine Tiere füttern und möglichst auf Sonnencreme unmittelbar vor dem Tauchen verzichten. Jeder Tauchgang kann zudem spontan als Dive-Against-Debris-Einsatz genutzt werden, gefundener Abfall wird laut Schule grundsätzlich mitgenommen. Von Touristenbooten, die Meeresschildkröten anfüttern, rät das Team seinen Gästen ausdrücklich ab.

Von der Schweiz nach Pernera: Daniel und Tamara

Hinter dem Cyprus Diving Centre in Pernera stehen Daniel Kistler und Tamara Zweifel, zwei Schweizer, die ihren Weg vom Festland ans Mittelmeer gefunden haben. Daniel stammt aus Schlieren im Kanton Zürich, absolvierte eine Kochlehre, arbeitete mehrere Jahre als Koch und wechselte danach als Berufsoffizier ins Militär. Mit 19 Jahren machte er in der Green Bay auf Zypern seine ersten Taucherfahrungen. Tamara wuchs in Romanshorn im Kanton Thurgau auf, liess sich zur Hochbauzeichnerin ausbilden und studierte anschliessend Architektur. Ihren PADI Open Water Diver absolvierte sie ebenfalls auf Zypern, weitere Erfahrung sammelte sie in Australien. Gemeinsam machten die beiden auf Koh Tao ihren PADI Divemaster und ein Jahr später die Tauchlehrerausbildung.

Daniel Kistler und Tamara Zweifel in Tauchausrüstung an der Küste Zyperns
Daniel Kistler und Tamara Zweifel führen das Cyprus Diving Centre in Pernera und verbinden Schweizer Qualitätsanspruch mit zypriotischer Gastfreundschaft. Bild: SRF

Den entscheidenden Moment auf dem Weg zur eigenen Tauchbasis beschreibt Daniel Kistler als schrittweise Entwicklung: Der Wunsch, am Meer zu leben und als Tauchlehrer zu arbeiten, bestand bei ihm bereits seit seinem ersten Taucherlebnis mit 19 Jahren. Konkret wurde er, als das Paar gemeinsam ein halbes Jahr lang reiste und dabei immer mehr Zeit unter Wasser verbrachte; ein früherer Tauchlehrer, der die Reise auf Facebook mitverfolgte, fragte schliesslich an, ob sie nicht bei ihm arbeiten wollten. Für Tamara Zweifel war der Weg dorthin weniger von einem grossen Traum vom Meer geprägt als vom Wunsch, im Ausland zu leben und den eigenen Horizont zu erweitern; die Rückkehr in ihren Büroalltag als Architektin erschien ihr nach der gemeinsamen Reise zunehmend unattraktiv.

Der Schritt in die eigene Selbstständigkeit lässt sich nach dem Interview nun klarer nachzeichnen: Nach zwei Jahren als angestellte Tauchlehrer bei der Tauchschule Trans Divers wollten die beiden etwas Eigenes aufbauen. Als sie online sahen, dass das Cyprus Diving Centre zum Verkauf stand, griffen sie zu – nicht zuletzt, wie Daniel Kistler mit einem Schmunzeln einräumt, weil ihnen der Name schon lange als idealer Name für eine Tauchschule erschienen war. Anfang 2020 übernahmen sie den zu diesem Zeitpunkt sehr kleinen Betrieb mit wenigen Tauchern pro Jahr und bauten ihn, auch bedingt durch die Corona-Pandemie, von Grund auf neu auf – unter dem Leitgedanken „Wo Schweizer Qualität auf zypriotische Gastfreundschaft trifft“. Diese Darstellung deckt sich im Kern mit der unabhängigen Angabe der Baloise aus dem Jahr 2021, wonach die beiden 2018 aus der Schweiz nach Zypern zogen und zunächst als Tauchlehrer arbeiteten, bevor sie Anfang 2020 den Schritt in die eigene Tauchschule machten.

Team des Cyprus Diving Centre unter Wasser mit einer Schweizer Flagge
Das Team des Cyprus Diving Centre zeigt unter Wasser seine Schweizer Wurzeln – passend zur Verbindung aus Schweizer Qualitätsanspruch und zypriotischer Gastfreundschaft. Bild: Cyprus Diving Centre

Die Aufgaben im Betrieb sind heute nicht strikt getrennt, haben aber klare Schwerpunkte: Daniel Kistler verantwortet vor allem die Pro-Ausbildung, die unternehmerische Ausrichtung, Umweltprojekte und interne Prozesse, während Tamara Zweifel für Infrastruktur, den Shop sowie Marketing und Gestaltung zuständig ist – ihr Hintergrund als Architektin fliesst dabei sichtbar in die Gestaltung der Räume und der Atmosphäre der Tauchbasis ein. Eine wichtige Lektion habe das Paar zudem gelernt: Ohne einen eigenen Manager für die Tauchschule blieb kaum Zeit für die Gäste selbst – inzwischen übernimmt diese Rolle jemand anderes im Team.

Das Cyprus Diving Centre

Das Cyprus Diving Centre liegt in Pernera, wenige Fahrminuten von Protaras und Agia Napa entfernt. Für die Saison 2026 nennt die Tauchbasis den Zeitraum 1. April bis 15. November, täglich von 9 bis 17 Uhr – wie bei jeder Tauchschule sind Saison und Öffnungszeiten zeitabhängige Angaben, die sich von Jahr zu Jahr ändern können und vor einer Buchung aktuell geprüft werden sollten.

Eingang der Tauchbasis des Cyprus Diving Centre in Pernera auf Zypern
Die Tauchbasis des Cyprus Diving Centre befindet sich in Pernera, wenige Fahrminuten von Protaras und Agia Napa entfernt. Bild: Cyprus Diving Centre

Unterricht und Betreuung werden auf Deutsch, Englisch und Französisch angeboten. Bei geführten Tauchgängen begleitet ein Guide laut Schule maximal vier Taucher, beim Schnuppertauchen maximal zwei Gäste pro Tauchlehrer – eine vergleichsweise kleine Gruppengrösse. Das Angebot reicht vom Schnuppertauchen über die gesamte PADI-Freizeitausbildung bis zu Kursen für angehende Tauchlehrer; Daniel Kistler ist laut PADI und eigener Website PADI Course Director. Abhol- und Rücktransfer werden für Pernera, Protaras, Paralimni und Agia Napa angeboten; die genauen Zonen und aktuellen Konditionen sind direkt bei der Schule zu erfragen.

Zum Team gehören heute rund zehn Mitarbeiter – ein Wachstum, auf das Tamara Zweifel besonders stolz ist, weil es trotz der Grösse gelungen sei, den familiären Charakter des Betriebs zu bewahren. Wer die Basis besucht, trifft entsprechend auf eine überschaubare, eingespielte Struktur statt auf einen anonymen Grossbetrieb – eine bewusste Priorität des Teams, seit die anfänglich kleine Tauchschule zu einer der grösseren im Südosten der Insel herangewachsen ist.

Mehr Informationen und aktuelle Kurstermine findest du auf der Website des Cyprus Diving Centre.

Briefing-Situation auf der Terrasse der Tauchbasis Cyprus Diving Centre

Sicherheit, gesundheitliche Voraussetzungen und Flugplanung

Vor PADI-Kursen und -Programmen ist immer ein medizinischer Teilnehmerfragebogen auszufüllen. Eine mit „Ja“ beantwortete relevante Gesundheitsfrage bedeutet nicht automatisch ein Tauchverbot, kann aber eine ärztliche Freigabe erforderlich machen. Bei akuter Erkältung, verstopften Nebenhöhlen, Ohrproblemen, allgemeinem Unwohlsein oder unter Einfluss von Alkohol und Drogen sollte grundsätzlich nicht getaucht werden. Bestehende Erkrankungen und regelmässig eingenommene Medikamente gehören in eine ärztliche Abklärung vor der Reise, nicht in eine spontane Selbsteinschätzung am Urlaubsort. Diese Hinweise ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.

Für Flugreisen nach dem Tauchen nennt DAN als Mindestabstand mindestens zwölf Stunden nach einem einzelnen Nullzeittauchgang und mindestens 18 Stunden nach mehreren Tauchgängen an einem Tag oder mehreren Tauchtagen in Folge. Nach Tauchgängen mit Dekompressionsstopps ist eine deutlich längere Pause angezeigt. Bei möglichen Symptomen einer Dekompressionserkrankung darf grundsätzlich nicht geflogen werden; in diesem Fall ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich.

Infografik zu Gesundheit, Sicherheit und Flugplanung beim Tauchen auf Zypern
Die wichtigsten Hinweise zu Gesundheit, Sicherheit und Flugplanung beim Tauchen auf Zypern auf einen Blick. Grafik: GenussFinder

Auch abseits des Wassers lohnt sich Vorsicht: Hitze an Land, körperliche Anstrengung und zu wenig Flüssigkeit sind bei einem Tauchurlaub auf Zypern reale Risikofaktoren. Ausreichend trinken, Sonnenschutz ausserhalb des Wassers, genügend Pausen und kein Alkohol vor dem Tauchen gehören ebenso zur Planung wie ein Notfallplan der jeweiligen Tauchbasis.

Nach eigener Erfahrung des Cyprus Diving Centre kommen grössere Fehleinschätzungen bei Gästen selten vor – die Schule begegnet dem Thema präventiv: Nach einer längeren Tauchpause empfiehlt das Team grundsätzlich einen PADI-ReActivate-Kurs, um Fertigkeiten aufzufrischen, und startet generell mit einfacheren Tauchgängen, bevor es an anspruchsvollere Plätze geht. Der medizinische Fragebogen sollte nach Empfehlung der Schule frühzeitig ausgefüllt werden, damit im Zweifelsfall noch genügend Zeit für eine ärztliche Abklärung bleibt. Vor dem Rückflug plant das Cyprus Diving Centre grundsätzlich 24 Stunden Pause ein – eine etwas konservativere Empfehlung als die DAN-Mindestwerte weiter oben, die aber gut zur allgemeinen Empfehlung passt, im Zweifel lieber grosszügiger zu planen. Eine Tauchversicherung empfiehlt die Schule durchgehend; die konkreten Details bespricht sie nach eigener Aussage individuell bei jeder Buchung.

So planst du deinen Tauchurlaub

Wer einen Tauchurlaub auf Zypern plant, sollte einige Punkte frühzeitig klären:

  • Brevet und Logbuch rechtzeitig heraussuchen, besonders wenn der letzte Tauchgang länger zurückliegt.
  • Tauchversicherung prüfen und bei Bedarf abschliessen.
  • Je nach Saison passenden Kälteschutz einplanen – im Winter und Frühjahr ist das Wasser spürbar kühler als im Hochsommer.
  • Bei Interesse an der Zenobia frühzeitig nach den aktuell geltenden Voraussetzungen fragen, insbesondere zu Nitrox, Check-Dive und Erfahrung, und mindestens zwei Tage einplanen.
  • Genügend Pufferzeit zwischen letztem Tauchgang und Rückflug einplanen.
  • Transfer, Ausrüstungsleihe und Gruppengrösse vorab mit der gewählten Tauchschule abstimmen.

Für einen ersten Eindruck der Region lohnt sich auch ein Blick auf unsere Beiträge über Protaras und Agia Napa, die beide in unmittelbarer Nähe der hier vorgestellten Tauchplätze liegen. Wer die Insel von Larnaka aus erkundet, findet praktische Hinweise dazu in unserem Beitrag über Larnaka, dem Ausgangspunkt für die Bootstouren zur Zenobia.

Fazit

Zypern bietet gute Möglichkeiten für ganz unterschiedliche Erfahrungsstufen: von der ersten Flasche in einer ruhigen Bucht bis zum anspruchsvollen Tauchgang an der Zenobia. Der Südosten der Insel verbindet flache Landtauchplätze, markante Felsformationen, künstliche Riffe und eines der bekanntesten Wracks im Mittelmeer auf engem Raum.

Wie prägend gerade die ersten Taucherlebnisse sein können, zeigen zwei Erinnerungen aus dem Interview besonders deutlich. Daniel Kistler erinnert sich an ein zehnjähriges Mädchen, das nach einer schlechten Erfahrung bei einem Schnuppertauchgang in Ägypten eigentlich nie wieder tauchen wollte – nach langem Zureden gab sie dem Cyprus Diving Centre eine zweite Chance und taucht heute regelmässig und mit sichtbarer Begeisterung. Tamara Zweifel erzählt von einer jungen Besucherin, die als Zwölfjährige zu ihrem ersten Schnuppertauchgang kam, zwei Jahre später den Junior Open Water Diver absolvierte und schliesslich selbst die Ausbildung zur PADI-Tauchlehrerin abschloss – inzwischen hat sie sogar im Team der Tauchschule gearbeitet. Für beide zeigen solche Geschichten, wie wichtig persönliche Betreuung über mehrere Jahre hinweg sein kann.

Für die kommenden Jahre will sich das Cyprus Diving Centre nach eigener Aussage vor allem auf die Ausbildung konzentrieren, das Pro-Programm mit PADI-IDC-Kursen ausbauen und sich stärker dem technischen Tauchen widmen – ohne dabei das Schnuppertauchen und die Anfängerkurse zu vernachlässigen, die für Daniel Kistler zu den grössten Leidenschaften des Betriebs gehören. Tamara Zweifel wünscht sich für die Zukunft vor allem, den familiären Charakter der Tauchschule zu bewahren, auch wenn der Betrieb weiter wächst.

Diese Selbsteinschätzungen stammen aus einem schriftlichen Interview mit den Betreibern und sind entsprechend als deren eigene Sicht auf ihren Betrieb zu verstehen, nicht als unabhängig verifizierte Bewertung. Wer zusätzlich Wert auf eine seriöse, lokale Einordnung legt, profitiert dennoch von erfahrenen Tauchprofis vor Ort, die Bedingungen, Grenzen und Veränderungen aus erster Hand kennen.

Urs Schlegel
Urs Schlegelhttps://genussfinder.com
Urs Schlegel ist Gründer von GenussFinder.com, dem Online-Magazin für Genuss, Lebensart und besondere Entdeckungen auf Zypern. Seit mehreren Jahren lebt er auf der Insel und verbindet persönliche Erfahrungen, kulinarische Entdeckungen und lokale Geschichten zu authentischen Einblicken in das Leben auf Zypern. Als Unternehmer und Digitalstratege unterstützt Urs mit seiner Firma WebStrategen Digital Services Ltd kleine und mittlere Unternehmen dabei, Websites, Zoho One, CRM-Systeme und Automatisierungen sinnvoll miteinander zu verbinden. Sein Ziel ist es, digitale Lösungen verständlich, bezahlbar und praxisnah nutzbar zu machen. In seiner Freizeit kocht Urs mit Leidenschaft mediterrane Gerichte und traditionelle Schweizerküche. Genau diese Verbindung aus Genuss, Alltagserfahrung und digitalem Blick prägt auch seine Beiträge auf GenussFinder.com.

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