Es gibt Tage auf Zypern, an denen die Luft flirrt und selbst der Schatten kaum kühlt. Genau an solchen Tagen holt sich die Insel ihre liebste Erfrischung: eine eiskalte Wassermelone aus dem Kühlschrank, dazu ein Päckchen Halloumi und ein paar Minzblätter vom Balkon. Mehr braucht es oft nicht für ein Mittagessen, das nach Sommer schmeckt.
Der Wassermelonen-Halloumi-Salat bringt genau dieses Gefühl auf den Teller: süss, salzig, kühl und warm zugleich. Zubereiten lässt er sich ebenso einfach in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wie auf Zypern selbst, denn Wassermelone und Halloumi gehören inzwischen zum festen Sortiment fast jedes gut sortierten Supermarkts.
Was dich in diesem Beitrag erwartet: die Hintergründe zur Kombination aus Wassermelone und Halloumi, das vollständige Rezept für 4 Personen, Tipps zur Auswahl der Zutaten sowie zwei einfache Varianten für noch heissere Tage oder für den Fall, dass gerade Pfirsiche Saison haben.
Warum Wassermelone und Halloumi auf Zypern zusammengehören
Auf Zypern ist die Wassermelone im Sommer allgegenwärtig. Alte Pick-up-Trucks stehen am Strassenrand und verkaufen die grössten und süssesten Früchte der Saison, und in vielen Tavernen gehört eine dicke Scheibe Wassermelone zum Essensabschluss dazu, häufig ohne Aufpreis.
Dazu serviert wird oft Halloumi, der bekannteste Käse der Insel. Er wird traditionell aus Schafs- und Ziegenmilch hergestellt, teils ergänzt durch Kuhmilch, und hat die Eigenschaft, beim Erhitzen nicht zu schmelzen. Seit April 2021 ist die Bezeichnung Halloumi beziehungsweise Hellim als geschützte Ursprungsbezeichnung der Europäischen Union eingetragen. Nur Käse, der tatsächlich auf Zypern nach dem traditionellen Verfahren hergestellt wird, darf diesen Namen tragen.
Die Kombination aus Wassermelone und Halloumi ist auf Zypern kein modernes Trendgericht, sondern Alltag. Zum Frühstück oder als Snack zwischendurch wird der Käse oft in dünnen, rohen Scheiben neben die Melone gelegt. Für einen richtigen Salat, wie er in vielen Haushalten und Tavernen zubereitet wird, kommt der Halloumi warm dazu, kurz gebraten oder gegrillt. Dieser Kontrast aus warmem, salzigem Käse und kalter, süsser Frucht macht das Gericht besonders und ist der Grund, warum wir uns für die gebratene Variante als Hauptrezept entschieden haben. Er reiht sich damit in die traditionelle zyprische Küche ein, die insgesamt auf wenige, aber hochwertige Zutaten setzt.
Auch ausserhalb der Insel taucht die Kombination aus Wassermelone und Halloumi mittlerweile häufiger auf Speisekarten und in Rezeptsammlungen auf, meist als sommerlicher Salat mit Minze, Zitrone und Olivenöl. Auf Zypern selbst bleibt sie dagegen vor allem das, was sie schon immer war: ein einfacher, alltäglicher Genuss für heisse Tage, kein aufwendig inszeniertes Gericht für besondere Anlässe.
Zutaten für den Wassermelonen-Halloumi-Salat
Für 4 Personen als leichte Hauptmahlzeit, für 6 Personen als Beilage:
- 700 g Wassermelone, entkernt (etwa 1 kg mit Schale)
- 250 g Halloumi
- 1/2 Salatgurke (etwa 200 g)
- 150 g kleine Tomaten
- 1 kleine Handvoll frische Minzblätter
- 3 EL Olivenöl
- Saft von 1 Zitrone
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- optional: eine Handvoll schwarze Oliven
Auf zusätzliches Salz solltest du weitgehend verzichten. Halloumi bringt durch die Lake, in der er reift, bereits genug davon mit.
Halloumi bekommst du inzwischen in den meisten grossen Supermärkten sowie in griechischen, türkischen oder gut sortierten mediterranen Feinkostläden. Achte beim Kauf auf eine kühl gelagerte, in Lake verpackte Ware, dann bleibt der Käse auch nach dem Öffnen einige Tage frisch.

Schritt für Schritt zum fertigen Salat
Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 10 Minuten
Gesamtzeit: 25 Minuten
Portionen: 4
- Wassermelone von der Schale befreien, Kerne nach Möglichkeit entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel oder Dreiecke schneiden. Auf einer grossen Platte verteilen und kalt stellen.
- Gurke waschen, längs halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Tomaten waschen und halbieren.
- Minzblätter waschen, trocken schütteln und grob zupfen oder schneiden.
- Halloumi trockentupfen und in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden.
- Eine Grillpfanne oder beschichtete Pfanne ohne zusätzliches Fett stark erhitzen. Halloumi darin von jeder Seite zwei bis drei Minuten braten, bis er goldbraune Streifen oder eine goldene Kruste hat.
- Für das Dressing Olivenöl, Zitronensaft und Pfeffer verrühren.
- Wassermelone, Gurke und Tomaten auf der Platte anrichten, den warmen Halloumi darauf verteilen. Mit Minze und optional den Oliven bestreuen, das Dressing darüberträufeln und sofort servieren.
[BILD: Halloumi wird in der Grillpfanne gebraten]
Warum die Kombination so gut funktioniert
Wassermelone besteht zu einem grossen Teil aus Wasser und bringt natürliche Süsse mit, ohne schwer im Magen zu liegen. Halloumi dagegen ist kräftig gesalzen und bekommt beim Braten eine leicht rauchige Note und eine feste, fast quietschende Textur. Dieses Quietschen ist kein Zeichen mangelnder Qualität, sondern eine Folge der langen Proteinketten, die sich beim Erhitzen des Käses während der Herstellung bilden.
Im Salat gleicht die Süsse der Melone die Salzigkeit des Käses aus, die Minze bringt Frische, und Olivenöl mit Zitrone verbindet alles zu einem stimmigen Ganzen. Genau dieses Wechselspiel aus warm und kalt, süss und salzig macht den Salat unkompliziert und trotzdem interessant.
Auch die Konsistenzen ergänzen sich: die knackige Gurke, die weiche, saftige Melone, die feste Struktur des gebratenen Halloumis und die zarten Minzblätter sorgen für Abwechslung in jedem Bissen. Ein gutes Olivenöl macht dabei einen spürbaren Unterschied, da es die anderen Aromen trägt, statt sie zu überdecken.
Tipps für Halloumi, Wassermelone und Minze
Halloumi erkennen: Achte auf die Bezeichnung Halloumi beziehungsweise Hellim mit dem Hinweis auf die geschützte Ursprungsbezeichnung. Guter Halloumi riecht leicht nach Milch und Molke und hat eine feste, aber nicht gummiartige Konsistenz. Ist im DACH-Raum kein Halloumi erhältlich, lässt sich der Salat auch mit einem anderen festen Grillkäse zubereiten, wobei der charakteristische Geschmack dann fehlt. Mehr zu den unterschiedlichen zypriotischen Käsesorten liest du in unserem Beitrag zur Welt des zypriotischen Käses.
Wassermelone auswählen: Eine reife Melone klingt beim Klopfen eher hohl. Ein gelblicher Fleck an einer Stelle der Schale zeigt, dass die Frucht auf dem Feld reifen konnte, statt zu früh geerntet worden zu sein.
Rechtzeitig vorbereiten: Wassermelone, Gurke und Tomaten lassen sich gut ein bis zwei Stunden im Voraus schneiden und kalt stellen. Der Halloumi sollte dagegen erst kurz vor dem Servieren gebraten werden, damit der Kontrast zwischen warmem Käse und kalter Melone erhalten bleibt.
Minze richtig einsetzen: Schneide die Blätter erst kurz vor dem Servieren, da sie sonst schnell braun werden und an Aroma verlieren. Mehr zu den zypriotischen Kräutern, die in vielen Gerichten der Insel eine Rolle spielen, liest du in unserem eigenen Beitrag dazu über die zypriotischen Kräuter.
Zwei einfache Varianten
Ganz ohne Pfanne: Wer es an einem besonders heissen Tag noch unkomplizierter mag, lässt das Braten weg und schneidet den Halloumi stattdessen in dünne, rohe Scheiben. So wird der Salat auf Zypern traditionell auch zum Frühstück serviert.
Mit Pfirsich: Ersetze die Hälfte der Wassermelone durch reife, in Spalten geschnittene Pfirsiche. Die Kombination aus zwei Sommerfrüchten und salzigem Halloumi funktioniert genauso gut und bringt zusätzliche Aromatiefe. Wer lieber warmen Halloumi in einer festeren Form mag, findet in unserem Rezept für einen gegrillten Halloumi-Turm mit Paprika eine weitere Möglichkeit, den Käse zuzubereiten.

Was dazu passt
Zum Salat passt frisches Fladenbrot oder ein einfaches Weissbrot, um das Dressing aufzutunken. Auf Zypern wird dazu häufig ein kühler, trockener Weisswein gereicht, alternativ tut es auch einfach kaltes Wasser mit einem Spritzer Zitrone. Wer den Salat als Teil eines grösseren Meze-Tellers servieren möchte, kombiniert ihn gut mit weiteren kalten Vorspeisen wie Hummus oder eingelegten Oliven.
Als eigenständiges Gericht reicht der Salat für ein leichtes Mittag- oder Abendessen an heissen Tagen völlig aus, gerade weil er weder aufwendig ist noch schwer im Magen liegt. Für einen etwas grösseren Auftritt lässt er sich problemlos verdoppeln und eignet sich dann auch für Gäste auf der Terrasse.
Zypern-Genuss für zu Hause
Wer nach dem Urlaub auf Zypern das Gefühl von Balkon, Meerbrise und leichtem Essen mit nach Hause nehmen möchte, muss dafür keine Insel besuchen. Eine reife Wassermelone, ein Päckchen Halloumi und ein paar Minzblätter reichen aus, um an einem heissen Tag genau dieses Urlaubsgefühl auf den eigenen Tisch zu holen, egal ob auf dem Balkon, der Terrasse oder ganz einfach am Küchentisch.
Fazit
Der Wassermelonen-Halloumi-Salat zeigt, wie einfache Kombinationen auf Zypern oft am besten funktionieren. Wenige Zutaten, kaum Aufwand und ein Ergebnis, das nach Sommer und nach Insel schmeckt. Genau deshalb lohnt es sich, das Rezept auch nach dem Urlaub im eigenen Alltag zu behalten.






