Nie war die Nachfrage so groß: All-inclusive-Urlaub steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Egal ob Urlaub im Resort, auf dem Schiff oder als Wandertour. Im besten Fall wird einmal gezahlt – inklusive Trinkgeld – und damit ist alles abgegolten.

Ein Umfrage ergab, dass deutsche Urlauber am liebsten schon vor Reisebeginn genau wissen möchten, welche Kosten sie insgesamt erwarten. Zusätzliche Gebühren für das leibliche Wohl oder Servicepauschalen sind ungern gesehen. Trotzdem sollte sich jeder Reisende damit auseinandersetzen, welche Trinkgelder und Service-Entgelte angemessen sind. Wer bekommt was und vor allem wie viel?

Ausdruck der Wertschätzung

Bereits vor Urlaubsantritt sollte man sich über die Gepflogenheiten der Destination informieren. In Japan beispielsweise hat Trinkgeld keine Tradition und ist abseits von Touristenzentren sogar verpönt. Hierbei handelt es sich jedoch eher um eine Ausnahme. Denn das Personal, unabhängig davon, ob es ein All-inclusive-Urlaub ist oder nicht, ist in vielen Ländern aufgrund des geringen Gehaltes auf eine Zuwendung angewiesen.

Trinkgelder Regeln im Ausland
In Europa gilt mehr oder weniger: Je nördlicher, desto weniger Trinkgeld ist üblich. Je südlicher, desto mehr. © Thinkstock

Bei Taxifahrten hilft die Faustregel, den Betrag einfach aufzurunden, auch Kofferträger freuen sich über eine kleine Anerkennung. Bei Zimmermädchen sollte bereits bei der Anreise ein erster kleiner Obolus auf dem Kissen platziert werden. Natürlich handelt es sich beim Trinkgeld um einen Bonus, der die Zufriedenheit des Gastes mit dem ihm gebotenen Service ausdrückt. Nur dann sollte er auch gezahlt werden.

Einmal zahlen – alles genießen?

Auch auf dem Schiff beugen sich viele Reedereien mittlerweile den Wünschen ihrer Gäste, sodass immer mehr Schiffe nicht nur auf All-inclusive-Angebote setzen, sondern auch Trinkgelder in den Gesamtpreis einrechnen. An Bord hat sich klar der Trend, dass sich die Trinkgeld-Praxis «Einmal zahlen – alles genießen» immer stärker durchsetzt.

Trinkgeld signalisiert Wertschätzung
Wenn es im Restaurant gut geschmeckt hat und man freundlich bedient wurde, lässt man gerne etwas mehr Trinkgeld springen. © Screenshot ZDF

Andere Anbieter hingegen geben Empfehlungen oder setzen auf eine entsprechende Regelung. Während beispielsweise bei AIDA Cruises und TUI Cruises alles inklusive ist, schreibt die Royal Caribbean Gruppe, zu der unter anderem das aktuell größte Kreuzfahrtschiff – die Harmony of the Seas gehört, dass ein marktübliches Trinkgeld von 13,50 bis 16,50 US-Dollar pro Person und Reisetag für Kabinenservice und Bedienung zu entrichten ist.

Letztendlich gilt bei Trinkgeld:

Unabhängig davon, ob ein All-inclusive-Urlaub gebucht wurde oder nicht, guter Service sollte immer honoriert werden und nur so kann man sicher sein, dass das Geld auch an der richtigen Stelle ankommt.

  • In Europa gilt mehr oder weniger: Je nördlicher, desto weniger Trinkgeld ist üblich. Je südlicher, desto mehr.
  • In Europa ist es in einem Hotel für den Zimmerservice üblich, zwei Euro Trinkgeld pro Tag zu hinterlassen.
  • In anderen Ländern sind es für den Zimmerservice zwischen drei und fünf Dollar pro Tag.

Eine PDF-Liste über Trinkgelder im Ausland hat die SRF-Sendung «Kassensturz-Espresso» zusammengestellt.

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